St. Veiter KMB besuchte Ardning und Admont
Niemand murrte über das feuchte Wetter, schließlich hatte es lange Zeit nicht geregnet, was Pfarrer Mag. Robert Strohmaier zu der originellen Ansage veranlasste, „zugunsten des schon so dringend notwendigen Regens können wir auf das gewohnt sonnige Wetter gerne verzichten“. Mit einem morgendlichen gemeinsamen Vaterunser machte man sich auf den Weg.
Unterwegs schimmerten in den schattseitigen Berglagen oft mehr oder weniger großflächige Schneeflächen aus braunen Wiesen und Waldstücken hervor. Und aus trübem Himmel fiel feiner Regen – wohltuend für die ausgetrocknete Erde. Da war es gut einen Regenschirm dabei zu haben, etwa bei der Führung über das Firmengelände der „Admonter“, wie sich das Unternehmen „Admonter Holzindustrie“ mit seinen rund 270 Mitarbeitern in den weitläufigen Hallen in Kurzform nennt. Hier arbeiten auch viele Frauen: In einer Halle sah man nur weibliche Beschäftigte, die Maschinen bedienten und die Produktion überwachten. – Schon seit 1074 wird hier Holz verarbeitet, seit 1974 scheint das Benediktinerstift Admont als Eigentümer auf, und man ist stolz darauf, hier nur heimisches Holz zu verarbeiten, schließlich erfreut man sich hier einer waldreichen Gegend, und seit fast tausend Jahren wirken hier bereits die Benediktiner Mönche, die auf „nachhaltige Bewirtschaftung“ Wert legen. Erzeugt werden vielfältige Parketten, Naturholzböden, Wand- und Deckenverkleidungen bis hin zu Platten für den Möbelbau. Eine gute Stunde lang wurde bei der Führung den Gästen aus der Südsteiermark viel Betriebsphilosophie bei der Erzeugung von Naturholzprodukten vor Augen geführt. –
Weithin sieht man die Stifts- und Pfarrkirche St. Blasius in Admont. Nicht nur ihre gewaltigen Ausmaße, sondern auch ihre Gestaltung aus den verschiedenen Epochen beeindruckt, und man müsste sich viel Zeit nehmen, um den Kirchenraum möglichst zu erleben. Zur Pfarre Admont gehört auch die gotische Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Opferung, die nur sechs Kilometer von hier entfernt auf einem Hügel liegt, und unweit rauscht die grünschimmernde Enns vorbei. Innen überrascht die Kirche durch üppige Fresken, Gemälde, Stuckarbeiten, zahlreiche Statuen, jedoch über dem Hochaltar zieht die Muttergottesstatue mit dem Jesuskind – etwa aus 1420 stammend - die Blicke auf sich. Der Kirchenraum selbst wird als „hochbarockes Gesamtkunstwerk“ bezeichnet. Ihn zu sehen und erleben ist einfach beeindruckend. – Hier feierte die Reisegruppe gemeinsam mit ihrem Pfarrer Robert Strohmaier einen Gottesdienst.
Nicht unerwähnt darf die weltbekannte Bibliothek des Stiftes Admont bleiben. Sie umfasst 1.400 Handschriften, zum Großteil aus dem Mittelalter. Insgesamt umfasst die Bibliothek etwa 200.000 Exemplare an Büchern und Schriften aus Theologie und weltlichen Wissenschaften. Rund 70.000 davon sind in den Bücherschänken aufgestellt. Besonders heikle Exponate bezüglich Temperatur und Luftfeuchtigkeit befinden sich in klimatisierten Sicherheitsdepots.
Ja, da gäbe es viel zu schauen … ein Reisetag ist da natürlich viel zu kurz. Wahrscheinlich auch Wochen und Monate … - je nachdem wie sehr man sich in den Büchern vergräbt.
Text: Anton Barbic
Fototext: Die Reisegruppe in der riesigen Bibliothek. – Alle Fotos: BARBIC